Liebe Eisenacher,
zwar ist dies nichts über diese Page aber es geht auch um diese stadt. deshalb vergegenwärtigen wir uns, was um die "Tannhäuser-Lücke" geschieht. An der sensibelsten Stelle unserer Stadt entsteht seit Jahren der wohl schönste Wildpark. Um ihn für Touristen so schön als möglich zu gestalten, steht eine sich ins Stadtbild hervorragend einfügende Metallwand davor. Warum also an dieser Stelle, wo sich wer weiß was für Tiere zwischen Sträuchern und Bäumen "Gute Nacht!" wünschen, ein neues Gebäude einfügen?
Und ausgerechnet ein Parkhaus. Ich sage: Gerade ein Parkhaus, gerade ein Großmarkt und gerade neue Architektur. Auch wir haben ein Geschäft seit über 50 Jahren und wir befinden uns genau neben diesem Schandfleck. Wie lange noch soll diese sensibelste Stelle Eisenachs brach liegen? Wie lange noch sollen sich Touristen vor dem Zaun fotografieren und sagen "Seht her, so war es in Eisenach. Das ist die Wartburg, das ist das Nikolaitor und das ist der Tannhäuser-Dschungel." Abgesehen vom Imageverlust, den die Innenstadt durch diese Wüstenei erleidet, ist auch der wirtschaftliche Schaden am angrenzenden Gebäude nicht zu verachten. Ständig feuchte Keller. Putz und Tapeten kommen von den Wänden, weil die Außenwand voll der Witterung ausgesetzt ist.
Wir leben im 21. Jahrhundert - warum bitte keine neue Architektur? Die Wartburgallee ist schon lange kein repräsentativer Weg mehr ins Villenviertel. Vielmehr wird an genau der Stelle ausgewiesen, an der das Parkhaus stehen soll, wie baufällig viele Gebäude sind.
"Wir werden nie gegen die grüne Wiese konkurrieren, indem wir den Götzen Auto umtanzen". In unserer Gesellschaft nimmt das Auto aber einen sehr hohen Stellenwert ein und kein Kunde, mich eingeschlossen, nimmt einen weiten Fußweg in Kauf, nur um in einer historischen Altstadt einzukaufen. Ich selbst möchte auch so nah wie möglich am Stadtkern parken, da ist mir die Karl-Marx-Straße und erst recht das Parkhaus in Uferstraße zu weit weg. Dagegen wäre ein Parkhaus, wo der Kunde keine Minute braucht, um mitten im Einkaufsleben zu stehen, eine grandiose Alternative. Ich bin ein Anhänger der "Legende", dass mehr Autos gleich mehr Menschen, mehr potenzielle Kunden, damit mehr Umsatz und Wettbewerbsfähigkeit der Eisenacher Innenstadt bedeuten.
Thomas SCHRECK, Eisenach |