Pfarrhausausstellung
 
Eine Zeitreise durch die Geschichte des Evangelischen Pfarrhauses  

Das evangelische Pfarrhaus wollte immer ein offenes Haus für andere Menschen sein.

Das zentrale Symbol der neuen Ausstellung ist daher die offene Tür. Der Besucher begibt sich auf eine "Zeitreise" in die Geschichte des evangelischen Pfarrhauses, vom Wittenberger Pfarrhaus Martin Luthers bis in die Gegenwart.
Anhand der Stellung der Frau wird der Wandel des Pfarrhauses in seiner 450-jährigen Geschichte dokumentiert. Lebensgroße Figuren geben einen Einblick in das Leben im Pfarrhaus im Laufe der Zeit.
In jedem der sechs Zeitabschnitte, in die die Ausstellung aufgeteilt ist, werden Menschen vorgestellt, die aus dem Pfarrhaus stammen und von denen zahlreiche Impulse für die Entwicklung des gesellschaftlichen Lebens ausgingen.

  Symbol - offene Tür

 

  Heinrisch Schliemann

 

Die Entstehung des Evangelischen Pfarrhauses in der Reformation

Vom Zölibat zur Großfamilie

Der erste Abschnitt der Ausstellung stellt anhand des Beispiels im Hause Luther dar, wie die ersten Pfarrhäuser entstanden. Eine Frauenfigur mit Schlüssel symbolisiert die Schlüsselgewalt die die Pfarrfrau meist innehatte, da sie den Haushalt leitete. Eine Küchenszene und Bilder von Luthers Tafelrunde zeigen, wie die Gastfreundschaft bei Familie Luther gepflegt wurde.

 

Das Pfarrhaus bis ins 17. Jahrhundert

Zuflucht in Krieg und Armut

Während in Deutschland der 30jährige Krieg tobt, zeigten in der Kriegszeit viele Pfarrfamilien großes soziales Engagement.
Sie halfen entscheidend beim Wiederaufbau der vom Krieg zerstörten Gemeinden.

Heime und Schulen für Waisenkinder wurden gegründet, sowie Bibel- und Erbauungsstunden in den Pfarrhäusern angeboten.

Sechs "Puppenstuben" zeigen verschiedene Modelle von Pfarrhäusern dieser Zeit.

 

  Im Konflikt mit der weltlichen Obrigkeit

  Zwischen Predigt und Feldarbeit

  In der Zerstörung des 30 jährigen Krieges

  Hort der Hoffnung

  Anfänge der Diakonie

  Pietistische Erbauungsstunden

 

Das Pfarrhaus in der Aufklärung und im 19. Jahrhundert

Kunst, Bildung und Unterricht

Die Lebensverhältnisse im Pfarrhaus hatten sich verbessert. Das Familienleben, die Bildung und die schönen Künste spielten eine große Rolle.
Mitglieder von Pfarrersfamilien widmeten sich verstärkt den Naturwissenschaften und der Philosophie. Bildung wurde auch über die Schule hinaus vermittelt.

Mit zunehmender Industrialisierung entstanden deutliche Unterschiede in den Lebensbedingungen im Pfarrhaus auf dem Dorf und in der Stadt.

In diesem Bereich steht ein Bücherschrank und ein Stehpult, das Studierzimmer des Pfarrers darstellend, sowie ein Harmonium, an dem eine Pfarrfrau, von ihrer Tochter auf der Flöte begleitet, musiziert.

 

Das Pfarrhaus in der Weimarer Republik und im dritten Reich

Frei und untertänig

Nach dem Niedergang der Monarchie und dem Abdanken der deutschen Fürsten geriet der deutsche Protestantismus in eine Krise. Die Trennung von Kirche und Staat wurde notwendig.

Im Pfarrhaus entstand ein Konflikt. Weite Teile der Pfarrerschaft sympathisierten, in der Hoffnung, das nationale und soziale Bewußtsein wiederherzustellen, in der Frühphase seiner Entwicklung mit dem Nationalsozialismus.

Aber das Pfarrhaus wurde auch vielerorts zu einem Ort des Wiederstands gegen die wachsenden Übergriffe des Staates.

In der Ausstellung wird dieser Konflikt mit der zerrissenen Fassade eines Pfarrhauses symbolisiert.
Die Pfarrfrau, deren Mann in den Krieg ziehen mußte übernimmt seine Aufgaben.

 

Das Pfarrhaus in den beiden deutschen Staaten

Ein offenes Haus in einer säkularen Gesellschaft

Die Entwicklung des Pfarrhauses in den beiden deutschen Staaten verläuft unterschiedlich. Während in der DDR das Pfarrhaus lediglich eine staatlich geduldete Einrichtung ist, die aber ein Forum für Kritik bewahrt, wird in Westdeutschland der Pfarrer immer mehr gefordert und das Pfarrhaus nimmt an Bedeutung zu.

Die Frau erreicht mit ihrer Ordination eine neue Bedeutung im Pfarrhaus. Die Rollenverteilung ändert sich. Viele Frauen stellen sich ganz bewußt der Aufgabe eines Pfarramtes.
Eine Multimediasäule zeigt Filmausschnitte zu bekannten Pfarrhausserien im Fernsehen und ein Album erzählt die Geschichte des Pfarrhauses in der DDR.

 

Das Pfarrhaus der Zukunft
 
Zwischen Lebenshaus und Serviceagentur?

In der heutigen Zeit stellt sich die Frage nach der Zukunft des Pfarrhauses.
Verliert es mit zunehmender Entkirchlichung der Gesellschaft seine Bedeutung?
Können neue Modelle das Pfarrhaus beleben?

Neun unterschiedliche Pfarrhausmodelle werden in der Ausstellung vorgestellt und an einer Multimediasäule kann der Besucher in einem Computerspiel das Pfarrhaus der Zukunft "bauen".

Das Pfarrhaus der Zukunft
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